Montag, 16. Februar 2015

Optimieren und Hemmen - eine kleine Endspielstudie

In einer Schachpartie sollte jede eigene Figur ihrer optimalen Wirkung entfalten und die Wirkung der gegnerischen Figuren nach Möglichkeit eingeschränkt werden!“
      Welcher Schachspieler würde diesem Satz nicht sofort zustimmen? Leider sind es in der Praxis aber oft anders aus. Die eigenen Figuren stehen saft-und kraftlos herum, während die gegnerischen Figuren ihre volle Wirkung entfalten. Das Ergebnis fällt dann entsprechend aus. 

Auf dieser Seite soll es darum gehen etwas besser zu verstehen wie man seine eigenen Figuren besser und wirkungsvoller ins Spiel bringen kann und gleichzeitig auch die gegnerische Figuren-Wirkung einschränken und hemmen kann.
Beginnen möchte ich mit einer schönen Endspielstudie von Troitzki


Wäre hier Schwarz am Zuge würde er einfach 1. … Kg7 spielen und im nächsten Zug den Läufer mittles 2. Lg8 ins Hinterland führen. Von dort aus stünde er bereit den vorrückenden f-Bauern auf f5 oder f7 abzutauschen. Aber in der Stellung ist Weiß am Zuge
1. Kh6!
Hier entfaltet der König seine optimale Wirkung denn er zwingt den König in die Ecke. Dagegen ergäbe 1. Sh4 Kg7! 2. Sxf5 Lxf5 3. Kxf5 Kxf7 eine theoretische Remisstellung





1. .... Kh8 2. Sh4!
Dieser Zug verhindert den eingangs skizzierten Remis-Plan mittels Lg8 + La2, denn 2. ...Lg8?? 3. Sg6 matt
2. ... Kg8 3. Sf3 Kh8 4. Se5!
Wieder droht das gleiche Mattmotiv. Wieder ist keine Zeit für das rettende Lg8
4. ... Kg8 5. Sc6 Kh8 6. Se7!


Nun hat Schwarz die Wahl zwischen Pest und Cholera. Auf 6. .... Lg8 folgt das inzwischen schon bekannte 7. Sg6 matt und auf 6. ... Lg6 geht Läufer und Partie verloren.

Dieses kleine Beispiel verdeutlicht auf recht anschauliche Weise, dass das Optimieren der eigenen und Einschränken der gegnerischen Figuren eine spielentscheidende Bedeutung haben kann

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